Geschichte & Zukunft

Bürgerhaus Langenberg 1916 – 2016

Die Geschichte des Bürgerhauses Langenberg

 

Das Bürgerhaus – ein Geschenk

Das Bürgerhaus ist Wahrzeichen und Symbol der Stadt Langenberg. Das monumentale, schlossartige Steingebäude an der Hauptstraße ist Zeuge und Zeugnis wohlhabender Langenberger Zeiten, ist geliebte und gelebte Tradition und im wahren Wortsinne ein Geschenk. Denn 1913 boten Adalbert und Sophie Colsman der Stadt zum Bau eines zentral gelegenen Hauses für die Bürgerschaft eine hohe Geldsumme an. In diesem Bürgerhaus sollten Versammlungen und Veranstaltungen jeglicher Art stattfinden, immer mit dem Ziel, der Bürgerschaft gute Unterhaltung und viel Erholung zu bieten. Die Nutzung der Räume und der Besuch der Veranstaltungen waren kostenfrei. So entsprach es dem Zweck und war Wille der Stifter. – Dass das Bürgerhaus 100 Jahre nach Eröffnung im alten Glanz erstrahlt, würde Adalbert und Sophie Colsman glücklich und sicher auch stolz machen.

Der Standort

Der Standort für das Bürgerhaus war rasch gefunden:  Die Stadt hatte lange vorher für den Bau der Elektrischen (Straßenbahn) und den Ausbau der Hauptstraße zahlreiche Grundstücke an der Hauptstraße erworben. Die typisch bergischen Fachwerkhäuser waren abgerissen worden, die bislang enge Gasse zu einer recht komfortablen Straße erweitert. Die Grundstücke selbst standen allerdings immer noch leer. Einziges Problem für den Bau des Bürgerhauses schien das abschüssige Gelände, denn das Grundstück dehnte sich bei einer mittleren Breite von rund 50 Metern bis zum etwa 12 Meter tiefer liegenden Ufergelände des Hardenberger Baches. Von der Bachsohle bis zum höchsten Straßenpunkt waren es gar 19,30 Meter Höhenunterschied.

Die Hanglage meisterte der beauftragte Elberfelder Architekt Arno Eugen Fritsche, der in Langenberg bereits den Bismarckturm und die evangelische Friedhofskapelle erbaut hatte, indem er die Nutzung der einzelnen Räume und Etagen im Bürgerhaus sinnvoll und geschickt plante, seitlich verlaufende Außentreppen mit Terrassen anlegte und mit dem Bürgerhaus so gleichzeitig die Oberstadt mit der Unterstadt verband.

Das Bürgerhaus

Wie der Architekt Fritsche in seinen Unterlagen bemerkt, erbaute er das Bürgerhaus nach den Plänen der Stifter: „Praktische Benutzung und vornehme Einfachheit bei solidester Ausführung sollten das Leitmotiv sein, das den ganzen Bau durchzieht.“ Die Geschosse waren von unten nach oben bezeichnet als

  • Kellergeschoss
    (Turnhalle mit Tribüne, Garderoben, Nebenräume, Küche, Bierkeller)
  • Zwischengeschoss
    (untere Wandelhalle, Bürgerkeller)
  • Erdgeschoss
    (Großer Saal, Wandelhalle, kleines Konferenzzimmer/Lesezimmer)
  • Obergeschoss
    (Kleiner Saal, Erfrischungsraum, Musikraum, Nebenräume)

Die Räume waren nach dem Zweck streng voneinander getrennt. So gab es Räume für die „körperliche Stählung und Kräftigung“ und Räume für die „geistige Förderung und Erholung“. Jedes Geschoss hatte einen eigenen Zugang.

 

Die Orgel

Für den Großen Saal war, wie üblich für die damalige Zeit, eine Orgel vorgesehen, die für musikalische Aufführungen unerlässlich schien. Mit dem Bau des Instruments wurde der Barmener Orgelbauer Paul Faust (†1960) beauftragt. Die Orgel wurde im Jahr 1917 fertig gestellt und am 24.06.1917 eingeweiht.

Es handelt sich um eine Orgel Opus 127, die auf drei Manualen und Pedal 50 Register und 3.600 Pfeifen hat. Sie war zu damaligen Zeiten die größte nichtsakrale Orgel im deutschsprachigen Raum. Ihr Klang entsprach dem im Anfang des 19. Jahrhunderts gültigen Ideal und konnte sich in der herausragenden Akustik des Großen Saals optimal entfalten. Das neobarock aufgehellte Klangbild wurde in Anlehnung an die so genannte Orgelbewegung nach dem Ersten Weltkrieg vorgenommen.

Die Traktur war ursprünglich pneumatisch, heute ist sie elektrisch. Die Kosten für die Orgel betrugen allein 25.000 Goldmark. Berühmt ist die Orgel bis heute für ihren wunderschönen und inzwischen sehr seltenen Jugendstilprospekt nach Art Déco.

Die ursprünglich rein pneumatisch betriebenen Windladen wurden erst nach 1973 elektrifiziert, was zur damaligen Zeit recht ungewöhnlich war, da bereits 1917 die meisten Säle mit Elektrizität versorgt waren.

Das Tragwerk der Orgel ist aus massiven Fichteriegeln gefertigt. Der Spieltisch war mittig im Untergehäuse platziert.

 

Die Stifter

Das Fabrikantenehepaar Adalbert (1839 – 1917) und Sophie Colsman, geb. Feldhoff (1848 – 1927), Inhaber einer Seidenfabrik, war sehr an Kunst interessiert, zudem lag ihnen das Gemeinwesen der Stadt am Herzen. Beide wollten dem kulturellen Leben in Langenberg einen Raum geben – und zwar für alle Bürger. Am 28. Februar 1913 teilte das Ehepaar dem damaligen Bürgermeister Konrad Angermann mit, dass es für kulturelle Zwecke und sonstige Veranstaltungen der Bürgerschaft ein Haus stiften wolle. Die angekündigte Geldsumme von 300.000 Goldmark wurde schon am 12. März 1913 von der Firma Gebrüder Colsman an die Stadt Langenberg überwiesen. Weitere Summen sollten folgen.

Die Langenberger Fabrikantenfamilie Walter Stein stiftete für das Bürgerhaus sogleich eine umfangreiche zeitgenössische Gemäldesammlung. Es handelte sich um 81 Gemälde mit einem Versicherungswert von 200.000 Goldmark. Einige dieser Bilder waren bis zur Kernsanierung 2005 im Treppenhaus und im Kleinen Saal des Bürgerhauses zu sehen, eine größere Anzahl befand sich in Schloss Hardenberg.

Der Stiftergedanke

Der Zweck der Colsman’schen Stiftung – ein Haus für die Bürger – gab dem Bürgerhaus seinen Namen. Gedacht sein sollte dieses Bürgerhaus für Versammlungen jeglicher Art, für musikalische Aufführungen, Theaterdarbietungen, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Vorträge, Ausstellungen und dergleichen. Stets mit dem Ziel, der Bürgerschaft gute Unterhaltung und viel Erholung zu bieten. Das Bürgerhaus sollte auch eine große Turnhalle bekommen, die unter anderem für die körperliche Ertüchtigung Raum böte und für Jugendspiele verwendet werden könne. Denn „nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ war einer der Grundsätze in wilhelminischen Zeiten.

Die Absicht des Ehepaars Colsman und die Zwecke des Bürgerhauses begleiteten das Haus durch das Jahrhundert. Ob bei anstehenden Renovierungen oder der seit 2005 geplanten Kernsanierung … stets war der Stiftergedanke gegenwärtig. Zwar wurde in den 1970er Jahren, als Denkmalschutz und Kulturerbe noch keine Themen waren, bei Renovierungsarbeiten einiges an alter Substanz im Bürgerhaus zerstört, aber mit der Kernsanierung wird das Bürgerhaus in seinen ursprünglichen Zustand versetzt.

Die Bauzeit

Am 17. November 1913 erfolgte in einem feierlichen Festakt die Grundsteinlegung mit den Worten: „Nach menschlichem Ermessen bauen wir dies Haus für Zeit und Ewigkeit, aber wir wissen nicht, was in der Zeiten Schoße ruht.“ In der Urkunde selbst heißt es:

„Heute am 17. November im Jahre des Heils 1913, im 26. Jahr der Regierung Seiner Majestät des Deutschen Kaisers und Königs von Preußen Wilhelm II. im Jahre des 100-jährigen Gedächtnisses an die Erhebung des Deutschen Volkes und an seine Befreiung von der korsischen Fremdherrschaft wird der Grundstein zu diesem Hause gelegt, das den Namen „Bürgerhaus“ führen soll. […] das im Mittelpunkt der Stadt gelegene Terrain für öffentliche Zwecke nutzbar zu machen. / Von diesem Gedanken geleitet, stellten Herr Geheimer Kommerzienrat Adalbert Colsman und seine Gemahlin für die Erbauung eines Bürgerhauses die ungefähre Bausumme von 350.000 Mk zur Verfügung, und beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Ausführung dieses Planes auf dem von ihr bereitgestellten Bauplatze. / […] Gott der Herr schütze diesen Bau und behüte die Bauleute!“

Trotz der Kriegsjahre schritt der Bau des Bürgerhauses zügig voran. Einen Hinweis an die schwere Zeit des Krieges hinterließ der Architekt, indem er sich für eine Benagelung der hölzernen Eingangstür entschied. In seine Dokumentation schrieb er: „[…] sie wird erinnern an die schwere eiserne Zeit des Weltkrieges, in der der Bau geschaffen.“

Der Bau des Bürgerhauses war 1916 abgeschlossen. Der Architekt übergab das Bürgerhaus am Heiligen Abend des Jahres 1916 offiziell an die Stadt Langenberg. Die Baukosten beliefen sich schlussendlich auf 800.000 Goldmark.

 

Das Leben im Bürgerhaus

Bereits im Kriegsjahr 1917 fanden trotz spärlicher und zum Teil geliehener Einrichtung die ersten öffentlichen Veranstaltungen statt. Durch seine vielfältigen Möglichkeiten wurde das Haus – ganz im Sinne der Stifter – von der Bürgerschaft rege genutzt. Im Großen Saal hatten 1.100 Personen Platz, im Kleinen Saal 350 Personen. Doch zum Ende des 1. Weltkrieges diente das Bürgerhaus vor allem als Lazarett. Während der Ruhrbesetzung 1923 war es Sitz der Ortskommandantur.

Seit 1919 fanden regelmäßig Theater- und Konzertveranstaltungen in den beiden Sälen statt. Im gleichen Jahr begann man, in der Turnhalle auch Filme vorzuführen. Die Orgel fand 1930 als „eine der besten Orgeln des Rheinlandes“ Erwähnung. Gleichzeitig befand sich die Weimarer Republik 1930/31 am Tiefpunkt ihrer Depression.

1935 wurde die Bühne im Großen Saal vergrößert. Die Orgel nahm im Rückraum der Bühne allein 2 Meter ein, die für den Kulissenbau bei Schauspielen oder bei Konzerten mit Chor fehlten. Durch die Vergrößerung gewann die Bühne 2 Meter an Tiefe.

Von 1936 – 1939 fanden im Bürgerhaus unter Leitung von Gustav Mombaur die Niederbergischen Musikfeste statt, in deren Rahmen 1936 auch Hans Pfitzner am Dirigentenpult stand. Vermutlich war die Vergabe der Musikfeste nach Langenberg auch dem Bürgerhaus zu verdanken. Denn generell waren die Veranstaltungen im Bürgerhaus äußerst beliebt und über die Stadtgrenzen hinaus populär, auch oder gerade wegen der Räumlichkeiten, der Orgel und der hervorragenden Akustik des Großen Saals.

Zum Geburtstag von Adalbert Colsman und gleichzeitig zum 25-jährigen Jubiläum des Bürgerhauses am 17. November 1938 hieß es in der Langenberger Zeitung: „Unzählige Male hat uns allen dieser Bau erlebnisreiche und unterhaltsame Abende beschert, immer wieder ist dort Musik erklungen, deutsche Politiker haben in Kundgebungen zu uns gesprochen, viele fröhliche KuK-Abende [kaiserliche und königliche, typischer Ausdruck in Zeiten der Monarchie / Anm. d. V.] haben wir dort erlebt, und unzählige kleine deutsche Städte beneiden uns um dieses Haus, dem wir bekanntlich auch zu verdanken haben, dass die Niederbergischen Musikfeste nach Langenberg gelegt wurden, hat doch in Niederberg eine andere Stadt solch einen prächtigen geräumigen Bau für größere Veranstaltungen nicht aufzuweisen.“ Ein Jahr später sollte der 2. Weltkrieg beginnen.

Das Bürgerhaus im Wandel der Zeit

Während der Kriegsjahre 1939 – 1945 wurden im Bürgerhaus weiterhin Konzerte aufgeführt und Theaterstücke gezeigt, sofern sie der NS-Ideologie folgten. Zunehmend wurden die Räume an politische Gruppen vermietet, allerdings gegen Erstattung der Kosten. Gegen Ende des 2. Weltkrieges dienten große Teile des Bürgerhauses erneut als Lazarett. Konzerte und Schauspiele wurden in der Turnhalle gezeigt.

Langenberg blieb von alliierten Flächenbombardements weitestgehend verschont. Die Zerstörungen hielten sich in Grenzen. Dennoch waren die Spuren der NS-Herrschaft und des Krieges im Straßenbild und im Bürgerhaus unübersehbar. Nach Schließung des Lazaretts musste das Bürgerhaus von Grund auf renoviert werden: Mobiliar, Fenster, Wände, Fußböden, Dach, Beleuchtung. Die Orgel war völlig verstaubt. Schon am 9. Mai 1950 wurde das Bürgerhaus wieder eröffnet. Wie sich jedoch bald herausstellte, war der Fond der Stifter durch die Inflation wertlos geworden. Das Bürgerhaus wurde zum Zuschussbetrieb.

Bei aller Tradition und Verbundenheit mit den Stiftern blieb auch das Bürgerhaus vom Zeitgeist nicht verschont. 1951 wurde die Turnhalle in einen für die Zeit modernen Kinosaal umgebaut. 1952 wurde das Lichtspieltheater als lokales Ereignis mit dem Film „Heidelberger Romanzen“ eröffnet. Das Kino wurde bis 1967 genutzt.

1975 verlor Langenberg mit der Eingemeindung nach Velbert seine Eigenständigkeit. Für das Bürgerhaus bedeutete das, es war jetzt – neben dem Forum Niederberg in Velbert und Schloss Hardenberg in Neviges – einer von drei Veranstaltungsorten der Stadt Velbert. Schon bald entstand ein gemeinsames Kulturkonzept, in dem alle drei Häuser entsprechend ihrer Möglichkeiten und ihrer Bedeutung zur Geltung kamen.

Der Anspruch an moderne Bühnentechnik stieg. 1975 bekam der Große Saal ein versenkbares Proszenium und eine modernisierte Bühnentechnik. Im Großen Saal wurden unverändert Konzerte und Theaterstücke aufgeführt. Der Kleine Saal diente der Kammermusik. Im Tiefparterre befand sich inzwischen eine Restauration.

Während der Jahre 1987 bis 1992 versuchte Dorothee Stürmer, ein Kammeroper-Festival im Bürgerhaus zu platzieren. Glanzvoller Höhepunkt war am 31. August 1992 die von Mathias Weigmann eigens als Kammeroper bearbeitete Oper Gianni Schicchi von Giacomo Puccini. Das Ereignis fand überregional großen Zuspruch, lokal hielt sich die Begeisterung in Grenzen.

Die Baustelle Bürgerhaus

Am 30. Juni 2006 wurde das Bürgerhaus geschlossen. Noch ging man von einer Neueröffnung in 2009 aus. Der Beginn der Bauarbeiten zog sich hin … Weitere Schäden wurden festgestellt. So hatte das Grundwasser jahrzehntelang gegen die Grundmauern gedrückt, alle Stahlträger waren durchgerostet. Das bedeutete Arbeiten am Fundament und der Statik sowie umfangreiche Befestigungs- und Drainagearbeiten. Zudem stand 2007 fest: Neben der Asbestsanierung sollten Brandschutz, Haustechnik, Lüftungsanlagen und Bühnentechnik komplett erneuert werden. Hinzu kamen Aufzug und Rampen, um das Haus behindertengerecht zu gestalten.

Das Bürgerhaus war und ist für Langenberg Kulturerbe. Und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Das große Projekt ließ sich schließlich mit Fördermitteln und mit Eigenmitteln der Stadt Velbert stemmen. Denn inzwischen war Denkmalschutz ein Thema und das Bürgerhaus Bestandteil im Gesamtkonzept NRW-Kultur.

2009 gründete sich erneut ein Verein zur Unterstützung des Bürgerhauses: der „Verein der Freunde und Förderer des Bürgerhauses Langenberg“. Eines der Ziele war der Erhalt der Orgel. Mit Erfolg. Im Spätsommer 2009 kamen die Sanierungsarbeiten in Schwung. Seit der Neueröffnung im Frühjahr 2016 ist das Bürgerhaus wieder mit neuem Leben gefüllt – ganz im Sinne des Stiftergedankens.

Das Bürgerhaus im neuen Glanz

Der Grundgedanke im Konzept der Kernsanierung des Bürgerhauses war, das Haus in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Das betrifft sowohl die Optik als auch die Nutzung. Dazu gehört die große Freitreppe im Eingangsbereich ebenso wie der historische Ringleuchter und die Orgel mit ihrem wunderschönen Jugendstil-Prospekt im Großen Saal. Und die Turnhalle. Kunst und Kultur sollen im Bürgerhaus ebenso zu Hause sein wie die Menschen, die in Langenberg leben.

Im Großen Saal finden jetzt noch ca. 480 Personen Platz. Der Saal eignet sich dank seiner ausgezeichneten Akustik hervorragend für Konzerte – auch Orgelkonzerte. Hier lassen sich selbst große Werke berühmter Komponisten mit Orchester, Chor und Orgel aufführen. Das Bürgerhausorchester collegium musicum nutzt den Großen Saal für Proben und die traditionellen Konzerte. Der Kleine Saal hat noch ca. 200 Plätze und bleibt Kammerkonzerten vorbehalten, kann aber ebenso genutzt werden für Vorträge, Versammlungen, Sitzungen der Ausschüsse. Die in beiden Sälen geringere Anzahl der Plätze ist höheren Auflagen bei Brandschutz und Fluchtwegen geschuldet, hat jedoch keinerlei Nachteile bei der Nutzung.

Durch die zum Teil flexible Bestuhlung eignet sich der Große Saal ebenso für Vorträge, große Feste mit Bankettbestuhlung, Bälle, Theateraufführungen, Kabarett und Comedy. Das dem Großen Saal angeschlossene Foyer lässt sich für Ausstellungen nutzen. Der Große Saal selbst eignet sich auch für medienwirksame Veranstaltungen, zum Beispiel Kooperationen mit Orchestern der Region, Talkshows und andere Events als Fernsehproduktionen.

Die Turnhalle im Untergeschoss behält ihren separaten Zugang über die seitliche Außentreppe und wird – unabhängig von den Veranstaltungen der oberen Geschosse – wieder von den Langenberger Sportvereinen genutzt. Die Turnhalle kann darüber hinaus für Versammlungen der Vereine, Weiterbildungsangebote, Präsentationen oder Pressekonferenzen genutzt werden.

Auch das Trauzimmer im Bergischen Zimmer bleibt, selbst wenn es 1916 so explizit nicht vorgesehen war. Heute gehört es zum Bürgerhaus und macht das Haus auch privat immer wieder zum Mittelpunkt des Lebens in Langenberg. Darüber hinaus steht das Bergische Zimmer nach wie vor zum Beispiel für die Begrüßung besonderer Gäste und Pressegespräche zur Verfügung. Zusätzlich gibt es einen Tagungsraum für ca. 30 Personen mit separatem Foyer und eigenem Zugang.

Zwei Colsman’sche Stiftungen werden das Bürgerhaus und die Kultur in Langenberg weiterhin begleiten: die „Frau Geheimrat Adalbert Colsman Stiftung“, die sich vor allem der Musik widmet, und die „Adalbert und Thilda Colsman-Stiftung“, die Kunst und Kultur in Langenberg unterstützt und fördert. Und die findet in der Regel im Bürgerhaus statt.

Im April 2016 eröffnete das Bürgerhaus neu. Auf das Jahr genau 100 Jahre nachdem der Architekt Fritsche das fertige Haus an die Stadt Langenberg übergeben hat. Und das Bürgerhaus bleibt, was es immer war: ein Haus für die Bürger. Die vielseitigen und flexiblen Möglichkeiten bieten allen Vereinen, Chören, Ausschüssen und Gruppen Raum für die persönliche Nutzung und öffentliche Veranstaltungen. Das Bürgerhaus beherbergt in seinen historischen Mauern künstlerische und kulturelle Veranstaltungen und das gesellschaftliche Geschehen in Langenberg. Es ist und bleibt Mittelpunkt der Stadt und bietet  – ganz im Sinne der Stifter Adalbert und Sophie Colsman – der Bürgerschaft gute Unterhaltung und viel Erholung.